Wichtige Hinweise zu Branchenlösungen und individuellem Customizing

Geändert am Mi, 11 Feb um 12:46 NACHMITTAGS

Ziel dieses Artikels

Dieser Artikel beschreibt technische und organisatorische Voraussetzungen für den Einsatz der Schnittstelle DocuWare Connect to BC 365 in Microsoft Dynamics 365 Business Central.

Er richtet sich an:

  • IT-Verantwortliche

  • Projektleiter

  • Partner

  • Key User

und soll helfen, Integrationsrisiken frühzeitig zu erkennen und Projekte realistisch zu planen.


Hintergrund: Warum Standardprozesse entscheidend sind

DocuWare Connect to BC 365 ist auf die Standardprozesse von Microsoft Dynamics 365 Business Central ausgelegt.
Die Schnittstelle nutzt definierte Ereignisse (Trigger) wie zum Beispiel:

  • Buchen von Belegen

  • Freigabeprozesse

  • Druck- oder Ausgabeprozesse

  • Statuswechsel von Dokumenten

Diese Trigger sind notwendig, um Dokumente korrekt zu übernehmen, zu indexieren und Workflows anzustoßen.


Typische Herausforderung: Branchenlösungen und Customizing

In vielen Projekten kommen jedoch:

  • Branchenlösungen

  • ISV-Add-ons

  • individuelle Anpassungen (Customizing)

zum Einsatz, die das Standardverhalten von Business Central verändern.


Beispiele aus der Praxis

  • Buchungsvorgänge werden umgeleitet oder ersetzt

  • Eigene Belegtypen oder Tabellenstrukturen

  • Geänderte Freigabelogiken

  • Alternative Druck- oder Ausgabeprozesse

  • Zusätzliche oder unterdrückte Systemevents

Solche Anpassungen sind aus fachlicher Sicht oft sinnvoll – technisch verändern sie jedoch die Grundlagen, auf denen eine Standardschnittstelle arbeitet.


Auswirkungen auf DocuWare Connect to BC 365

Wenn Standardprozesse verändert wurden, kann dies dazu führen, dass:

  • Trigger nicht oder nicht korrekt ausgelöst werden

  • Dokumente nicht an DocuWare übergeben werden

  • Indexdaten unvollständig oder falsch sind

  • Prozesse nicht automatisiert werden können

In diesen Fällen kann die Schnittstelle nicht zuverlässig oder gar nicht funktionieren.


Warum wir diese Informationen vor Projektstart benötigen

Damit Projekte planbar und stabil umgesetzt werden können, ist es zwingend erforderlich, dass uns vor Projektbeginn bekannt ist:

  • welche Branchenlösung eingesetzt wird

  • welche Add-ons installiert sind

  • ob und in welchem Umfang individuelles Customizing existiert

  • welche Standardprozesse verändert wurden

Diese Informationen sind keine Formalität, sondern technische Entscheidungsgrundlage.


Proof of Concept (PoC) bei komplexen Systemlandschaften

Sobald bekannt ist, dass Branchenlösungen oder tiefgreifendes Customizing im Einsatz sind, führen wir vor der eigentlichen Implementierung einen Proof of Concept (PoC) durch.


Ziel des PoC

  • Prüfung, ob die relevanten Trigger ausgelöst werden

  • Validierung der Datenübergabe an DocuWare

  • Bewertung des Integrationsaufwands

  • Klare Aussage zur Umsetzbarkeit

Der PoC schützt alle Beteiligten vor Fehlannahmen und Fehlinvestitionen.


Klare Entscheidung: Umsetzen oder ablehnen

Das Ergebnis eines Proof of Concept kann sein:

  • Schnittstelle ist einsetzbar

  • ⚠️ Einsatz mit Anpassungen möglich

  • Einsatz technisch nicht sinnvoll oder nicht stabil möglich


Im letzten Fall behalten wir uns ausdrücklich vor, die Anbindung nicht umzusetzen.

Diese Entscheidung dient:

  • der Stabilität des Kundensystems

  • der Qualität der Lösung

  • der Vermeidung späterer Betriebsprobleme


Verantwortung und Zusammenarbeit

Die erfolgreiche Integration von DocuWare und Business Central ist ein gemeinsames Projekt.
Offenheit über bestehende Anpassungen ist dabei entscheidend.

Je früher wir die Systemlandschaft kennen, desto besser können wir:

  • realistische Aussagen treffen

  • Risiken minimieren

  • passende Lösungswege aufzeigen


Fazit

DocuWare Connect to BC 365 setzt auf Standardprozesse in Microsoft Dynamics 365 Business Central.
Branchenlösungen und individuelles Customizing können diese Prozesse verändern und die Funktionsfähigkeit der Schnittstelle beeinflussen.


Deshalb gilt:

  • Branchenlösungen und Customizing müssen vorab bekannt sein

  • In komplexen Szenarien ist ein Proof of Concept erforderlich

  • Ist keine stabile Integration möglich, wird die Anbindung nicht umgesetzt


So stellen wir sicher, dass die Lösung am Ende technisch sauber, stabil und zukunftsfähig ist.

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