Dokumentation - profor SSCC

Geändert am Do, 16 Apr um 10:04 VORMITTAGS

INHALTSVERZEICHNIS



Version



1. Einleitung

Die SSCC App ist eine Erweiterung für Microsoft Dynamics 365 Business Central und dient zur Erstellung, Zuweisung, Verwaltung und Nachverfolgung von SSCC‑Nummern (Serial Shipping Container Codes).
SSCCs sind international standardisierte Identifikationscodes für Versand‑ und Transporteinheiten wie Paletten oder Kartons, insbesondere relevant für den Handel (z. B. Lidl, Rewe, Edeka) und für EDI‑Abläufe (DESADV).

Die App ermöglicht es, im Warenausgang bzw. direkt im Verkaufsauftrag individuelle oder mehrere SSCC‑Nummern zu erzeugen, diese mit Artikel-, Chargen- und Mengeninformationen zu verbinden und später über SSCC Posten voll nachzuverfolgen.


2. Ziele der SSCC App

Die App wurde entwickelt, um folgende Anforderungen zu erfüllen:

  • Automatische Generierung gesetzeskonformer SSCC‑Nummern
  • Abbildung der Verpackungsstruktur (Ladungsträger, Kartons, Paletten)
  • Technische Voraussetzung für EDI DESADV
  • Sicherheit und Validierung im Warenausgang
  • Saubere Rückverfolgbarkeit beim Kunden
  • Fehlervermeidung durch systemgestützte Logik

3. Architektur & Datenobjekte

Die App besteht aktuell aus folgenden Haupttabellen und Strukturen:

  1. SSCC Setup (Einrichtung)
  2. SSCC Entry / SSCC Posten – zur Nachverfolgung
  3. SSCC Assignment (Zuordnungstabelle) – Kern des Prozesses
  4. Integration in:
    • Verkaufsauftrag
    • Warenausgang (Lieferung)
    • Artikelverfolgung / Charge
    • Nummernserien

4. Funktionen der SSCC App


4.1 SSCC Einrichtung

In der SSCC Einrichtung kann der Anwender zentrale Stammdaten pflegen:

Enthaltene Felder:

  • GLN (Global Location Number)
    Wird benötigt, um aus Firmendaten korrekte SSCC zu generieren.
  • GLN Basisziffer
  • Extension Digit / Erweiterungsnummer
  • Nummernserie für SSCC

Die GLN muss auch im Firmenstamm gepflegt sein, damit gültige SSCC erzeugt werden können.


4.2 SSCC Erstellung im Verkaufsauftrag

Die SSCC App ermöglicht die komplette SSCC‑Generierung direkt im Verkaufsauftrag, auch ohne Warenausgang.
Dadurch kann die Planung schon vor der Kommissionierung erfolgen.

Funktionsumfang:

  • Mengenzuordnung im Auftrag
  • Aufteilung auf mehrere Ladungsträger
  • SSCC Generierung pro Träger

Diese Funktion ist vor allem dann nützlich, wenn Kunden SSCCs bereits vorab erwarten oder wenn der Wareneingang des Handelspartners frühzeitig angekündigt werden soll.


4.3 SSCC Erstellung im Warenausgang

Ablauf:

  1. Warenausgang erzeugen
  2. Artikelverfolgung/Charge zuweisen
  3. SSCC Zuordnung öffnen
  4. Mengen und Träger definieren
  5. SSCC generieren

Wichtige Validierungslogik:

  • Lieferung kann nicht gebucht werden, wenn:
    • keine SSCC erzeugt wurden
    • SSCC unvollständig zugeordnet sind
      → Dies garantiert, dass immer rechtskonforme SSCC erzeugt werden.

4.4 Zuordnungstabelle

Hier findet die SSCC‑Mengenverteilung statt.


Enthaltene Funktionen:

Mengenaufteilung

  • Benutzer kann Artikelmengen flexibel auf mehrere Paletten/Kartons verteilen.
  • Teilmengen möglich.
  • System vergibt pro Zeile eine Trägernummer.


Generierung von SSCC je Träger

Für jede Trägernummer wird eine SSCC generiert, bestehend aus:

  • GLN
  • Basisziffer
  • fortlaufender Nummer
  • Prüfziffer

Die Berechnung folgt GS1 Vorgaben.


Löschen von Zeilen

  • Einzelne Zeilen löschbar, sofern noch keine SSCC fest zugeordnet wurde.


Komplettes Leeren der Tabelle

  • Rücksetzen der gesamten Zuordnung möglich.


Zuordnung zu Chargen und MHD

  • Das System zwingt zur Chargenzuordnung.
  • Mindesthaltbarkeitsdatum wird pro Charge übernommen (aktuell existiert ein Fehler in der Übernahme, dennoch Teil der Funktion).


Speicherung der Struktur

Die Zuordnung bleibt erhalten, bis:

  • gebucht wurde
  • die Tabelle bewusst geleert wurde



4.5 Validierungen & Fehlermeldungen

Die App enthält eine Reihe von Schutzmechanismen:

  • Fehlermeldung, wenn Artikelverfolgung fehlt
  • Fehlermeldung bei fehlendem MHD
  • Fehlermeldung bei nicht erlaubter Mengenaufteilung
  • Prüfen, ob Träger sortenrein sein müssen
  • Laden des richtigen Lagerprozesses: SSCC darf nur dort bearbeitet werden, wo es erlaubt ist

Solche Validierungen verhindern Falschbuchungen und fehlerhafte Etiketten.


4.6 Nachverfolgung über SSCC Posten

Nach dem Buchen der Lieferung werden SSCC Posten erzeugt.

Diese enthalten:

  • SSCC
  • Artikelnummer
  • Artikelbezeichnung
  • Menge
  • Charge
  • Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Lieferscheinnummer
  • Kundenreferenzen

Nutzen:

  • Sofortiges Finden bei Kundenrückfragen („Palette nicht angekommen“)
  • Grundlage für EDI Dateien (DESADV)
  • Transparenz im Versandprozess

Die Posten bieten einen vollständigen Audit‑Trail.


4.7 Etikettendruck

SSCC Etikett (NVE‑Etikett):

Beinhaltet:

  • SSCC (Barcode EAN‑128 / GS1‑128)
  • Artikel
  • Charge
  • MHD
  • GTIN
  • Mengeneinheit
  • Lieferscheinnummer

5. Prozessablauf



5.1 Prozessschritt 1 – Verkaufsauftrag anlegen

  1. Artikel hinzufügen
  2. Menge erfassen
  3. Prüfen, ob Debitor SSCC Pflicht hat
  4. Auftrag freigeben

5.2 Prozessschritt 2 – Warenausgang erstellen

  1. Warenausgang erzeugen
  2. Artikelverfolgung zuordnen
  3. Lagerprozesse ggf. automatisch berücksichtigen

5.3 Prozessschritt 3 – SSCC Zuordnung

Im Zuordnungsfenster:

  1. Mengen auf Träger aufteilen
  2. SSCC generieren
  3. Validierungen abarbeiten
  4. Fehler korrigieren
  5. Struktur prüfen

5.4 Prozessschritt 4 – Etikettendruck

  1. Etiketten generieren
  2. Barcode ausdrucken
  3. Auf Paletten/Kartons kleben

5.5 Prozessschritt 5 – Buchen

Nach vollständiger Zuordnung:

  • Lieferung wird gebucht
  • SSCC Posten entstehen
  • Daten stehen für EDI bereit

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